Über Kontrolle

Selbstverständlich, Zügel dienen der Kommunikation, nicht der Kontrolle. Zumindest in der Theorie. In der Praxis sieht das oft anders aus. Tut es die Trense nicht mehr, weil das gute Pferd auf dem letzten Ausritt Gespenster gesichtet und diese mit einem Renngalopp abgehängt hat, dann kommt eben das Pelham drauf. Der Fantasie und vor allem den mechanischen Hilfsmitteln sind fast keine Grenzen gesetzt. Mit schärferen Gebissen und Hilfszügeln versucht der Reiter die Symtome – das panische Flüchten – in den Griff zu kriegen. Doch das ändert an der Ursache – der Angst – nichts. Horsemen wie Warwick Schiller oder Buck Brannaman sind sich einig: Nicht die Beizäumung kontrolliert das Pferd, das Pferd muss sich selbst kontrollieren. Und das am Anfang ohne Reiter. Wie Pat Parelli sagt: Wie soll sich das Pferd mit einem Reiter benehmen können, wenn es das nicht mal alleine schafft? Unsere Aufgabe ist also, dem Pferd beizubringen, sich unter Kontrolle zu haben. Und dieser Weg führt nicht über schärfere Gebisse, die am Körper und nicht im Kopf ansetzen, sondern über Bodenarbeit und die Konfrontation mit der Angst des Pferdes.

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