Widerstand im Pferd – und wie wir ihn auflösen


Wenn wir Zeit mit dem Pferd verbringen, haben wir genau zwei Möglichkeiten: Entweder wir teilen eine harmonische Kommunikation, oder wir treffen auf Widerstand.

Heute geht es mir um den Widerstand, der sich im Pferdekörper offenbart, den jeder kennt und mit dem wir uns täglich konfrontiert sehen – in unterschiedlichster Ausprägung.

So sahen die Widerstände aus, die ich in der letzten Woche gespürt habe.

Morgens in der Halle. Draußen röhrt eine Motorsäge. In der Ecke vorne, die mit beiden Stühlen, liegt ein angebundener Hund. Paledo zögert zunächst, geradeaus nach hinten in Richtung Sägegeräusch zu gehen und macht dann auf dem Rückweg noch einen großen Bogen um den Hund. Ich spüre seinen Widerwillen an der Grenzlinie, die er nicht überschreiten will. Er kann meinen Hilfen nicht mehr folgen, geht nicht mehr vorwärts, stockt und weicht seitlich aus.

Vor ein paar Tagen saß ich auf dem Friesen, im Trab rechte Hand unterwegs auf dem unteren Zirkel. Ich will von der Bande Richtung Hallenmitte abbiegen, der Friese marschiert geradeaus weiter und verwirft sich im Genick als Reaktion auf meine Zügelhilfe: Sein Nacken kippt nach rechts, sein Kiefer schiebt nach links. Er drückt mit seinem Körper gegen meine äußeren Hilfen und zieht mit Kopf gegen den inneren Zügel.

Wie gehen wir mit Widerstand im Pferd um?

Entspanntes, aufmerksames Pferd, entspanntes Ich. Foto: Verena

Entspanntes, aufmerksames Pferd, entspanntes Ich. Foto: Verena

Was ist unser erster Impuls? Wir reiten drüber. Wir korrigieren scharf und schnell. Wir spannen an. Wir pressen dagegen. Wir erhöhen unseren Druck.

Mit den Zügeln ziehen wir den Kopf des Pferdes, wo wir ihn hinhaben wollen, mit klopfenden Schenkeln versuchen wir, seine Füße in die Richtung unserer Wahl zu manövrieren. Will das Pferd schneller nach vorn als wir, hängen wir in beiden Zügeln und pressen uns in sein Kreuz.

Wir wollen Spannung mit mehr Spannung lösen. Das funktioniert aber nicht. Auch wenn wir es hunderte Male exerzieren.

Im Englischen gibt es den Begriff der „brace“, der schlechten Spannung im Pferdekörper. Brace entsteht dann, wenn das Pferd eine andere Idee hat als wir und unsere Einwirkung abblockt. Sie ist nicht nur der erste deutliche Hinweis, dass das Pferd ein Problem hat beziehungsweise nicht einverstanden ist. Reiten wir kontinuierlich über diese Anspannung hinweg, verschleißen wir den Pferdekörper und reiten das Pferd krank.

Unsere Aufgabe ist es also nicht, den Widerstand zu ignorieren und unsrem Pferd unseren Willen aufzudrücken. Sondern die Anspannung zu lösen, so dass es uns dann ohne Schwierigkeiten folgen kann. Das führt uns geradewegs in den Kopf, zu den Gedanken des Pferdes:

Widerstand im Pferd, Blog Pferde verstehen

Angespannter Paledo, der gern nach links schauen will. Ich bin ebenfalls angespannt und halte am Seil gegen. Seine Idee ist nicht meine Idee, ich spüre Widerstand. Foto: Tom Haubner

„Cause your idea to become the horse’s idea, but understand his idea first.“ Pat Parelli

(Mache deine Idee zur Idee des Pferdes. Aber verstehe zuerst seine Idee)

Wir versuchen also, zu verstehen, was unser Pferd denkt, warum es das denkt und es dann zum Umdenken zu bewegen 🙂

 

Wenn die Ecken gefährlich sind

Im Falle des Motorsägentages ist meine Vorstellung, dass Paledo in die Ecke und am Hund vorbei geht. Paledo hält beides für gefährlich und weicht lieber aus.

Wie kann ich ihn jetzt davon überzeugen, dass meine Idee eine gute ist?

Verstärke ich einfach nur meine Hilfen oder zwinge ihn in die Bereiche, in die er nicht möchte, lasse ich nicht nur seinen Widerstand im Körper bestehen und steigere diesen im schlimmsten Fall. Ich ändere auch an seiner Einschätzung der Situation nichts (und säe maximal noch den Gedanken, dass ich als seine Reiterin ein unsensibler Idiot bin, der die Lage völlig falsch einschätzt).

Was mache ich also? Zunächst mal lasse ich ihn tun, was er für richtig hält. Ich lasse ihn dorthin gehen, wo er möchte, und wenn er ausweichen will, soll er das. So erhalte ich ein klares Bild von den Problemzonen der Halle. Und diese Problemzonen richte ich uns kuschelig ein. Sprich: Sobald wir in ihre Nähe kommen bekommt er die Zügel lang und muss sich nicht anstrengen.

Man kann den Ansatz noch verstärken, indem man das Pferd außerhalb der gruseligen Bereiche arbeiten lässt, und ihm Pause nur in der Nähe oder in den schwierigen Zonen gibt.

Widerstand im Pferd - Pferde verstehen Blog

Entspanntes, aufmerksames Pferd, entspanntes Ich. Foto: Verena

Ich habe ihn deutlich vor der Ecke, hinter der die Motorsäge puckerte, angehalten und ihn zunächst gefragt, ob er an dieser Stelle noch bei mir ist: Zügel angenommen, laterale Biegung in beide Richtungen gecheckt – er hat sofort nachgegeben, was bedeutet, dass er zuhört und verständig ist. Kurz stehen lassen und dann am langen Zügel weiter Richtung Ecke. Ich bin ziemlich sicher, dass ich ihn genau da abgeholt habe, wo er im Begriff war sich mental auszuklinken und dementsprechend auch den Körper festzumachen. Ich habe ihn zurück in die Entspannung geholt und von dort sind wir von einer guten Basis aus weiter gegangen. Er hat sich in der Ecke nicht besonders wohlgefühlt, aber er konnte von sich aus hineingehen, ohne, dass ich ihn hätte hineintreiben müssen.

Beim Hund habe ich ihn seitlich ausweichen lassen, wie er wollte und ihn dann in einem kleineren Zirkel beziehungsweise einer größeren Volte wieder zurückgeritten. Er braucht dann ein paar Wiederholungen, bis es seine Idee wird, näher heranzugehen. Wenn das im Trab nicht klappt – in höheren Gangarten steht das Pferd ja gern mal unter mehr Spannung -, dann reiten wir eben Schritt.

Wenn das Pferd sich im Genick verwirft

Im Falle des sich im Genick verwerfenden Friesens habe ich meine innere Hand deutlich nach innen vom Hals weg genommen und den Kontakt über den Zügel zum Maul so lange aufrechterhalten, bis er nachgegeben und seine Nase wieder nach innen gebracht hat. Das Pferd soll verstehen, dass es dem Zügel nachgeben, ihm folgen und sich nicht dagegen stemmen kann. Mein Part ist dabei nicht aktiv, im Sinne von Zügel annehmen und dagegen ziehen, sondern passiv, im Sinne von Zügel annehmen und warten, bis das Pferd die Lösung findet. Damit habe ich die Sicherheit, dass das Pferd meine Hilfe begriffen hat. Wenn er versteht, dann widersetzt er sich nicht mehr.

Auch dieser Widerstand gründete übrigens auf einer kleinen Meinungsverschiedenheit. Der Friese hielt das Abbiegen nämlich für nicht so attraktiv wie geradeaus in die (ehemalige) Terrorecke weiter zu gehen. Da sein Zögern beim Abbiegen nicht auf Angst gegründet war, habe ich ihn mit der Zügelhilfe von meiner besseren Idee überzeugt. Hier benötigte ich keine Angst-Strategie, sondern lediglich sein Einverständnis, meiner Hand zu folgen, statt dagegen zu gehen.

 

Widerstand im Pferd

Reiten aus der Körpermitte – ein Klassiker der Reitliteratur, zu Recht.*

Im Buch „Reiten aus der Körpermitte“ von Sally Swift gibt es ein Bild für das Reiten von Seitengängen: Statt auf einem Pferd sitzen wir auf einem Tisch mit vier Rollen an den Fußenden. Leicht gleitet der von links nach rechts, ganz wie wir es wollen. So soll es sich (zumindest für mich) anfühlen, das weiche geschmeidige Reiten. Der Reiter gibt eine Richtung mit seinen Hilfen, seinen Körper vor, und das Pferd folgt dem nachgiebig ohne Widerstand im Kopf oder im Körper.

Es ist egal, ob ich Seitengänge oder einen simplen Zirkel reite. Ich will Nachgiebigkeit – am Zügel und am Schenkel. Ich will das Pferd auch nicht in eine Form pressen und es da halten – so schaffe ich nur Spannung und Steifheit. Stattdessen soll das Pferd gleichmäßig zwischen meinen Hilfen stehen mit Luft nach allen Seiten und ohne Druck in eine Richtung – auf gebogenen und geraden Linien und in allen Gangarten.

Buck Brannaman spricht von einem Rechteck, in dem er sein Pferd bewegt – die Grenzen des Rechtecks setzt er mit Zügeln und Beinen. Hier erklärt er das noch mal ausführlich und anschaulich.

Widerstand ist nicht schlimm, und er wird uns jeden Tag in welcher Form auch immer begegnen. Entscheidend ist, wie wir mit ihm umgehen: Dass wir ihn auflösen und ihn nicht ignorieren.

 

Widerstand im Pferd

Ross Jacobs arbeitet mit den Gedanken des Pferdes.*

Das Auflösen von Widerständen jeder Art im Pferd ist die Grundlage von Ross Jacobs‘ Trainingsphilosophie. Ich kann sein Buch jedem ans Herz legen. Ross rockt.

Hier habe ich schonmal über Widerstand geschrieben – und darüber, dass der nicht immer körperliche Ursachen haben muss.

Anna Blakes Lieblingsthema ist eben dieser Widerstand im Pferd, den wir beim Reiten immer wieder fühlen. Wie wir mit ihm umgehen können, liest du hier.

Weiter oben war ja schon einmal von Buck Brannamans Rechteck die Rede. Hier erklärt er im Video, was er damit meint.

 

Und zu guter Letzt: Widerstand tragen wir Menschen auch ganz oft im Körper – in Form von Verspannungen verschiedenster Art. Karolina von den Pferdefreunden schreibt hier über feste Schultern und hier über das locker mitschwingende Becken.

 

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5 Kommentare

  1. Mir fehlt in deinem Beitrag ein wichtiger Hinweis: Pferde sind im allgemeinen sehr kooperationsbereit und wenn ich auf Widerstand stosse, sollte ich mich zuallererst fragen, ob ich nicht etwas falsch gemacht habe, bevor ich dem Pferd meinen Willen andersweitig schmackhaft zu machen versuche.

    Das Verwerfen im Genick und über die Schulter ausbrechen ist ein typisches Beispiel für mangelhafte Hilfengebung zum Abwenden. Da braucht man nur zu viel am inneren Zügel einzuwirken oder den Kontakt am äusseren Gesässknochen zu verlieren und schon bringt man das Pferd aus dem Gleichgewicht und gibt widersprüchliche Hilfen. Hier dann mit einem Gegenhalten der inneren Hand zu reagieren hat mit korrektem Reiten nichts zu tun, denn damit verschärfst du das Problem. Man wendet ein ausgebildetes Pferd nicht über den inneren Zügel. Wenn es darauf mit dem von dir beschriebenen Verhalten reagiert, dann hat es mit seinem Widerstand mehr als recht.

    Ich halte es für unklug, Widerständen des Pferdes grundsätzlich mit derlei Erziehungsmassnahmen zu begegnen. Man beraubt sich damit der Möglichkeit, vom Pferd zu lernen. Mein Pferd soll mir zeigen dürfen, wenn es mit meiner Hilfengebung nicht einverstanden ist, denn dann kann ich von ihm lernen, wie ich ihm besser helfen kann.

    Natürlich haben Pferde auch mal ihre eigenen Ideen im Kopf, deren Umsetzung man nicht zustimmen kann. Es empfiehlt sich aber, Widerständen zuerst mit veränderter Hilfengebung zu begegnen um vielleicht herauszufinden, was man besser machen kann. Mach mal die Augen zu und fühle hin, wie ausbalanciert du und dein Pferd tatsächlich seid. Besteht das Problem beim dritten Versuch immer noch, dann darf man auch zu Erziehungsmassnahmen greifen: Bei allen Bemühungen um korrekte Hilfengebung ist es doch nicht alltagstauglich, wenn das Pferd absolute Perfektion fordert und die kleinste Lücke ausnützt. Aber bitte immer im Hinterkopf behalten, dass das Pferd recht haben könnte.

    Die Vorgehensweise, die du in deinem Text „Widerstand im Kopf oder im Körper?“ beschreibst, finde ich geradezu erschreckend. Auch hier gibt es nämlich neben den von dir beschriebenen Möglichkeiten „Ich kann das körperlich nicht“ und „Ich habe keine Lust“ z. B. auch noch „Ich verstehe nicht, was du willst“ usw. Ob ich im Falle eingetretener eigener Unfähigkeit zu Gerte und Rupfen am Zügel greife oder das Pferd eine Runde rumscheuche, läuft auf dasselbe hinaus. Das Pferd hat keine echte Wahl und der Mensch lernt nichts dabei. Dass solche Vorgehensweisen als pferdefreundlich dargestellt werden, halte ich für sehr bedenklich.

    • Hallo Sonja, danke für deinen Kommentar. Ich denke, wir werden in vielen der von dir angesprochenen Punkte keinen Konsens finden. Zunächst mal finde ich es irgendwie schade, dass du scharf urteilst, ohne die Situationen, die ich beschreibe selbst miterlebt zu haben – und damit fehlen dir einfach wichtige Informationen. Wenn du dich etwas im Blog umschaust, wirst du einige Beiträge zum Thema Hilfen verändern und und zum Thema Selbstreflexion finden. Dieser hier hat einen anderen Schwerpunkt. Selbstverständlich mache ich tausendfach Fehler und wer mich kennt, weiß, dass ich die Schuld nicht zuerst beim Pferd suche. Ich finde die umgekehrte Variante allerdings ebenfalls schädlich: Wer die Fehler nur bei sich sucht und nie beim Pferd, der schafft selten Klarheit. Was die Hilfen zum Thema Abwenden angeht: Sorry, aber die gebe ich anders. Und anders muss nicht falsch bedeuten. Falls du Interesse hast, lese „The Essence of Good Horsemanship“ von Ross Jacobs. Er kann dir besser als ich erklären, warum man eine Wendung nach innen durchaus mit dem inneren Zügel reiten kann – du willst, dass das Pferd nach innen denkt, und das erreichst du über die Führung nach innen. Das hat nichts mit am Zügel zupfen, reißen oder überstellen zu tun.
      Was den „Widerstand im Kopf oder im Körper“-Text angeht: Das Pferd kennt die laterale Biegung aus dem FF und ich kenne es lange genug, um beurteilen zu können, welche „Erziehungsmaßnahme“ angemessen ist und welche nicht.

  2. Hi Nadja,

    wer kennt sie nicht, die Widerstände?! Und ich glaube, es gibt kein Patentrezept, weil die Ursachen ja so verschieden sein können. Du beschreibst ja ganz gut, dass Du mal den einen und mal den anderen Weg wählst…je nach Situation. Zu erkennen, welcher Weg in welcher Situation der fürs Pferd richtige zu sein scheint, stellt sich für mich oft als schwierig da.
    Wir haben z.B. eine „Problem-kurze-Seite“ oder halt zwei Ecken die mein Pferd gruselig findet. Das war schon immer so. Vereinzelt gibt es Tage, da macht ihm die kurze Seite nichts aus. Ich habe viele Wege versucht: die „berühmten“ Ruheecken, alles genau anschauen oder drüber hinweg reiten
    Ich bin der Meinung, dass ihn die Seite visuell überfordert. Dort steht unglaublich viel Zeug rum, mal hängt der gelbe Gummischlauch anders, dann fängt die Stallgasse dort an, hinten im Gang geht eine Tür auf, Menschen tauchen plötzlich auf etc. Ob wir von links oder rechts reinreiten, macht auch einen Unterschied. Natürlich habe ich innerlich schon immer die Befürchtung, dass es heute nicht klappt, was es nicht besser macht. Dann kann es sein, dass im Schritt alles super ist und im Trab dann auch, aber dann irgendwann plötzlich nicht mehr. Zwei Strategien klappen ganz gut: Ablenken und Volten reiten zusammen mit „an gerade aus denken“ 🙂 Letzters klingt vielleicht komisch weil es ja eigentlich eine Kurve ist, aber mir hilft es, weil Wingardio ja seine Form aufgibt, sich meist verwirft und ich im Zweifel dagegensteuer (was natürlich super kontraproduktiv ist), also lieber an gerade aus denken 🙂 Ich bezweifle übrigens (und meine Reitkünste sind jetzt bestimmt nicht perfekt), dass sein Verhalten in unserem Fall an fehlerhaften Hilfen liegt. Den Widerstand aufzulösen, ja da fallen mir die richtigen Hilfen schwer.
    Liebe Grüße
    Saskia
    P.S.: Und auch wenn ich kein Fan von Pat Parelli bin, dass Zitat mag ich und habe es ziemlich oft im Kopf 🙂

    • Hallo Saskia, danke für deinen Kommentar. Bei uns ist es ähnlich wie bei euch: In der vorderen Terrorecke verändert sich auch ständig was, die Stühle stehen anders, Hunde liegen drin oder ein Reitlehrer sitzt da. Und die Glotzigkeit ist auch von der Richtung abhängig, aus der wir kommen. Ich bin wie du überzeugt, dass das völlig unabhängig von den Hilfen geschieht. Der Kern der Sache ist für mich in so einem Fall immer: Fühlt sich das Pferd wohl, wo es gerade ist, oder wünscht es, woanders zu sein. Gerade bei Terrorecken wird es ja sehr schnell deutlich, dass es sich eben nicht wohlfühlt und dann auch versucht dort wegzukommen. Da kann ich die Hilfen so korrekt geben, wie ich will, sie haben für das Pferd dann einfach keine Priorität mehr. Scheut dein Pferd die Ecken/lange Seite auch vom Boden aus? Ich hab mich mit dem Friesen und seiner Gruselecke über Bodenarbeit arrangiert, hab ihn immer am langen Seil vorausgehen lassen, aber nur so weit, wie er konnte. Es hat ewig gedauert, aber mittlerweile steuert er magnetisch auf die ehemalige Terrorecke zu und wir können auch in höheren Gängen am langen Zügel dran vorbei – ohne dass er beim leisesten Geräusch zuckt und versucht zu fliehen. VG! Nadja

      • Hi Nadja,

        ja er fühlt sich dort definitiv nicht wohl. Ich glaube für ein Pferd ist die Seite auch echt ziemlich ungünstig. Wenn wir von der langen Seite kommen, dann kann er noch alles sehen, dann kommt zuerst die eine Stallgasse, die er ja auch noch einsehen kann, aber sobald wir an der kurzen Seite reiten, kann er die zweite Stallgasse nicht einsehen, die kommt dann hinter riesigen Stroh- oder Heuballen. Es sind also eigentlich gar nicht die Ecken. Deswegen klappen auch immer die ersten paar Schritte auf der kurzen Seite und dann schwupps, „biegt“ er sich so, dass er irgendwie die Chance hat so früh wie möglich in die ihm „unsichtbare“ Stallgasse zu schauen. Wie dem auch sei, vom Boden aus und im Schritt ist es okay, aber wenn ich ihn genau beobachte auch dort sichtbar. Im Trab wird es dann echt schwierig. Wenn er vollkommen in sich ruht, klappt es, aber wie Du weist, gehört er ja eher zu den Skeptikern 😉

        Wir haben da gerade wieder vor zwei Tagen mit unserem Trainer dran gearbeitet und letztendlich genau das gemacht, was Du oben beschreibst: Hinterhand aktiv raus (Richtung Stallgasse) schieben, und den Kopf mit dem Zügel abwenden (quasi selbstlongieren, da ich ohne Gebiss geritten bin, klappte das auch sehr gut) und sofort nachgeben, wenn ein Schritt in die richtige Richtung zu erkennen war. Ich bin dan meisten nur zu zaghaft und vergesse dann gerne auch mal den äußeren Zügel. Aber einmal hat es super geklappt und ich hatte ein feines Pferdchen, dass sich nach innen gestellt (gebogen wäre übertrieben zu sagen ;)) hat und ich richtig sitzen konnte. Wir üben weiter und ich werde da auch nochmal konsequent vom Boden aus dran arbeiten.

        Liebe Grüße, Saskia

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